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Alles Gute zum Geburtstag, lieber O-Ton! 🙂

Erst einmal wollte ich mich entschuldigen, dass ich mich in letzter Zeit so rar gemacht hatte. Aber irgendwie war ich nicht mehr so inspiriert, war nicht mehr so in Schreibstimmung. Aber ich versuche ab heute mehr und gemeinsam mit dir wieder zu bloggen. 🙂

Ich wünsche dir einen ganzen Strauß an Erfolg, Gesundheit, Liebesglück, Munterkeit und Spaß. Dass du wahnsinnig viele Geschenke und Grüße erhältst, und dass du weiterhin einen so versierten Musikgeschmack beibehältst.

Kommen wir auch gleich zur Musik. Putzig, wie du beim Geburtstagsgruß-Post bei mir musikalische Geburtstagskinder namegedroppt hattest, haha. Das mache ich hiermit nun auch bei dir.
Ebenso Geburtstag haben heute:

Gabe Saporta (1979) von der amerikanischen Synth-Poprock-Band Cobra Starship („Good Girls Gone Bad“), Dominic Aitchison (1976) von der schottischen Postrock-Band Mogwai, Ex-Dschungelcamp-Kandidat DJ Tomekk (1975, „1, 2, 3 Rhymes Galore“), Mike Smith von Limp Bizkit (1973), Rapper U-God vom Wu-Tang Clan (1970), der Singer/Songwriter Todd Snider (1966), Alexander Hacke von Einstürzende Neubauten (1965), Daryl Hall von Hall & Oates (1946, „Maneater“) und der brasilianische Composer Tom Zé (1936) haben heute Geburtstag.

Du siehst, die Auswahl an interessanten Co-B’day-Musikern und -KünstlerInnen ist nicht nur an meinem Geburtstag eher lahm gewesen. Wobei ich „Maneater“ liebe! Aber: die wunderbare Schauspielerin Jane Krakowski, die eine wahre Musicalstimme hat (Ally McBeal, 30 Rock) wird ebenso ein Jahr älter, nämlich 43.

Das Lied eines Geburtstagskindes, das noch am ehesten für heute passen würde, ist die Hitsingle von MC Lyte (1971). Die 90er-Jahre-Rapperin hatte einst „Cold Rock the Party“ deklamiert: „I rock the party / That rocks your body / I’ll rock the party / That rocks your body”. Und das gibt es zur Feier des Tages hier… 😉

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Franz-Dinda-Tattoo "Elvis"

Lieber Herr A-Ton,

für letzte Woche gibt es heute einmal meine Lieblingsalben zur Abwechslung:

01 Tori Amos – Night of Hunters
02 Ratatat – Ratatat
03 Serge Gainsbourg – Histoire de Melody Nelson
04 A.A. Bondy – American Hearts
05 Bon Iver – Bon Iver
06 The Salsoul Orchestra – Mixology: The Definitive Salsoul Mixes
07 The Kooks – Junk Of The Heart (Happy)                                                                                           08 Tori Amos – 2005-04-19: Paramount Theatre, Denver, CO, USA
09 Marina & The Diamonds – The Family Jewels
10 Bon Iver – For Emma, Forever Ago

Tori Amos habe ich hier jetzt eingeflickt, da ihre neue Platte Night of Hunters nur unscrobblebar zu hören war. Mittlerweile ist sie aber auch physisch erschienen. Ich bin immer noch hin und weg. Es ist das erst Tori Album seit langem, dass ich mal wieder auf Anhieb mag. Ganz und gar klassisch angelegt, scheint sie hier eine Art Tori-Essenz herausgeschält zu haben, die man hinter ihren Songs schon immer vermutete. Ratatat und Marina haben mir beim Packen für Frankreich den nötigen Drive verschafft, ebenso The Kooks deren neues Album herrlich belanglos ist. A.A. Bondy habe ich als Vorband von The Felice Brothers kennengelernt. Er spielt ein wunderbar sehnende E-Gitarre, die man auf dem Album American Hearts leider nicht so gut hören kann. Die Salsoul Mixes haben mich auf die Idee für den Artikel zu The Fortress of Solitude gebracht und passten wunderbar in diese Vorherbst Stimmung. Die restlichen Drei erklären sich aus dem Tonprotokoll.

Lieblings-Musikdienst der Woche ist spotify, den ich hier in Frankreich nutzen kann und dessen Player mir viel mehr gefällt als der von simfy. Lieblings-Straßenmusiker: Die Brassband am Sonntag Morgen am Garronne Ufer.

Und was lag bei Ihnen letzte Woche auf dem Plattenteller, Herr A-Ton?

Lieber Herr A-Ton,

an dieser Stelle mal eine Buchempfehlung! Jonathan Lethem erzählt in seinem Roman „Die Festung der Einsamkeit“ die Geschichte zweier Freunde, Dylan und Mingus (!), der eine weiß, der andere schwarz, die in den Siebzigern zusammen in Brooklyn aufwachsen. Das ganze Buch ist eine Hommage an die Musik dieser Zeit und an die Veränderungen, der sie damals unterlag. Funk, Soul, Disco, Punk und der frühe Rap aber auch Graffiti, Breakdance und Comics spielen natürlich eine zentrale Rolle. Das ganze Buch wird von einem Soundtrack begleitet, den ich mir beim Lesen nach und nach zusammengestellt hab. Für mich war das größtenteils musikalisches Neuland! Aber mit der Geschichte im Rücken, hatte man plötzlich sowas wie einen historischen Zusammenhang.

Neben dem von mir erstellten Soundtrack gab es auch noch einen, vom Autoren zusammengestellten Sampler, besser gesagt eine Playlist, mit viel Soul. Jetzt ist mit Mixology – The definitve Salsoul Mixes ein Sampler erschienen, der auch sehr gut zu dem Buch passen würde. Salsoul war ein New Yorker Plattenlabel, das maßgeblich den New Yorker Disco-Sound prägte. Die 3-CD Box ist auch bei simfy zu hören. Was nach Disco kam sehen wir hier:

Das war 1979! Und wie sehr das eine logische Fortsetzung von Disco war und wie Disco mit Soul, Funk und Jazz verknüpft ist, ist alleine schon ein spannende Geschichte. Die Festung der Einsamkeit erzählt diese und noch viel mehr! Viel Spaß bei der Lektüre!

Lieber Herr A-Ton,

ich würde ja jetzt singen, wenn ichs könnte! Alles Gute zum Geburtstag mein lieber Blogkumpan.

Hey und Peter Fox sowie Eko Fresh haben heute auch Geburtstag. Da ich aber in deren Musik nicht so bewandert bin, kommt hier jemand anderer, der auch mit Dir Geburtstag hat, Hank Thompson!

Hank Thompson war wohl einer der erfolgreichsten Countrystars in den USA. Seine Karriere verlief über sieben Jahrzente, in denen er über 60 Millionen Platten verkauft hat. Sein Leben hat die Vorlage zum Film Crazy Heart mit Jeff Bridges inspiriert. Und ich finde Rub-A-Dub-Dub könnte doch auch ein Geburtstagslied sein!

Happy Birthday Hank und Happy Birthday A-Ton

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03.09.2011, 22:11

Lieber Herr O-Ton,

vielen Dank für die lieben glückwünschenden Worte! Es ehrt mich sehr, seit nun mehreren Wochen mit dir diesen Blog zu führen, auch wenn es sicherlich oft schwierig ist für dich, Zeit zum Schreiben zu finden.

Ich will ja nicht undankbar klingen, aber es ist lustig, dass du mich ausgerechnet mit einem Country-Lied beschenkst. Denn Country ist, um es vorsichtig auszudrücken, eine Musikrichtung, die ich goutieren würde, wenn ich meinen Hörsinn verlieren würde. Trotzdem Danke! 😀

Mir fallen zu „Musik machendende Co-Geburtstagskinder“ noch ein: Jennifer Paige („Crush“), Gitarrist Steve Jones (Sex Pistols) und eher unbekannte Leute von Beach Boys, Thin Lizzy und Steppenwolf (okay, *mäh*, *eurgh*).

Von allen Nicht-Musikern haben außerdem heute ihren B’day: Jérôme Boateng (yummy!), Snowboard-Profi Shaun White (*kotz*), Ex-DSDS-Kandidat Alexander Klaws (ebenso), Comedian Mirja Boes (re-*kotz*), Jung-Schauspieler Garrett Hedlund (Wiki-Wissen wegen des Hank-Links: „Für den Soundtrack des Films „Country Strong“, in dem er Beau Hutton verkörpert, nahm er einige Lieder auf.“), Regisseur Noah Baumbach (cool!), tunesischer Ex-Diktator Ben Ali (höhö!) und natürlich Charlie Sheen. Und passend dazu: Adolf Fick (deutscher Physiologe, 1829-1901, ROFL). Okay, du siehst, die Geburtstagskind-Ausbeute ist für heute eher gering.

Ach ja, ich habe am Rande über simfy mitbekommen, dass Eko Fresh seit kurzem ein neues Album draußen hat. Interessiert mich…nicht die Bohne. Und irgendwie fand ich Seeed auch mal spannender, als Teen halt. Die erste Solo-Single von Peter Fuchs fand ich gut, dann…hmm. Seeed haben vor kurzem ja ein Musikvideo rausgegeben, neues Album kommt wohl bald, aber spannend finde ich diese auf Jan-Delay-Niveau befindliche Konsens-Urban-Truppe eher nicht so.

Und, ja, doch, ich würde dich gerne mal ein Ständchen singen hören. 😉

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Lieber Herr A-Ton,

ja, das Country-Stück war auch etwas der mangelnden Ausbeute bei den gleichzeitigen Geburtstagskindern geschuldet. Aber Du weisst ja, dass ich Folk und Americana ganz gerne habe und ich fand auch das Video irgendwie abgefahren. Solcher Country vermittelt mir immer ein Gefühl von einem großen und weitem Amerika (USA), jenseits der großen Städte. Eine Welt, die man sich nur erträumen kann, verschroben und irgendwie eigenartig. Diese Art zu reden allein schon…

Aber sonst ist Country, zumindest der klassische, auch nicht so mein Fall. Ich mag eher die Geschichten drum herum!

Son Lux

Verehrter Herr O-Ton,

du hast ja im letzten Lieblingssongs-Post gemeint, du hast in der letzten Woche ein paar Mal das zweite Album von Son Lux namens We Are Rising (2011) gehört. Ich habe es diese Woche dafür mehrmals laufen lassen und fand es im Großen und Ganzen ziemlich gut. Erinnert an The Age of Adz (2010) und an Heartland (2010) von Sufjan Stevens, bzw. an Owen Pallett. Man müsste es nur noch öfter hören, um noch mehr eingesaugt zu werden in den schönen akustischen Orchester-Beats-Indie-Strudel.

We Are Rising – atmosphärisch und thematisch beeinflusst vom „Arabischen Frühling“ – war das Album des August-Monats beim Musikexpress. DER Durchbruch! Nur durch die ME-Lobpreisung habe ich von dem Album erfahren. Sowieso überrascht diese deutsche, oft gelesene Musikzeitschrift mit den Monatsalbum-Entscheidungen immer wieder. Derzeit haben die Redakteure einen Hang zu elektronischer (Magda im Januar 2011) und semi-elektronischer Musik: „Indie ist das neue Elektro“. Wenn „semi-„, dann klingt das Ergebnis entweder minimalistisch wie bei James Blake (Februar 2011) oder Radiohead (März 2011) oder so ähnlich großräumig und orchestral wie bei Son Lux. Danger Mouse & Daniele Luppi wäre als weiteres Beispiel zu nennen.

Nun habe ich vom Musik studierten, niedlich aussehenden, aber auch mit einer Frau verheirateten Nerd namens Ryan Lott nicht nur das aktuelle Album (auch Bayern 2 / Zündfunks Album der Woche) gehört. Auch die EP Weapons lief via simfy und auch sein erstes Album At War with Walls and Mazes (2008). Sein Debütalbum ist ja noch viel grandioser als das 2011er-Werk! Was für eine nahezu perfekte Symbiose aus Hiphop, Indietronic und Neo-Klassik. Haut so richtig schön rein, 5 1/2 von 6 Punkten. Klasse! Allerdings gehört das unten als Musikvideo zu sehende „Break“ noch nicht einmal zu den besten Songs daraus. Schon gehört, lieber Herr O-Ton?

http://vimeo.com/1990568

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Sehr geehrter Herr O-Ton,

wie du oben auf dem Bild sehen kannst, habe ich mir endlich nach vielen Listening-Sessions über die superpraktische Webseite simfy endlich das gleichnamige Debütalbum (2011) von Anna Calvi gekauft. Ich fand die Indie-Rock-Gitarristin mit der opernhaften Stimme zuvor schon richtig toll, du ja auch, aber seit dem Besitz der LP und der MP3s (es gab praktischerweise einen Download-Code zum Herunterladen der MP3-Version (oder WAV, wenn gewünscht) bin ich noch viel mehr in diese Platte verliebt. Und in die überragende Stimme von Anna! Und in „Blackout“ (siehe ganz unten), in „Desire“ (siehe unten), in „First We Kiss“ und in alle anderen sieben Songs daraus. Sehr zu empfehlen auch das Non-Album-Lied „Moulinette“.

Es gehört zwar eigentlich in den Mercury-Prize-2011-Post, aber ich nehme es schon mal vorweg. Ist die Welt eine gerechte, wird den Mercury Prize dieses Jahr weder der gehypete James Blake noch die überaus gelobte PJ Harvey oder die sehr erfolgreiche Adele mitnehmen (auch wenn alle drei KünstlerInnen gute bis sehr gute Alben abgeliefert haben). Anna Calvi hätte noch viel mehr Lob UND Aufmerksamkeit verdient als die anderen drei. Und diese würde die dann doch zum Teil unterschätzte Londoner Lady auf jeden Fall durch einen Gewinn erhalten. Sie ist einfach, zweifach, vielfach grandios! Your opinion, Mr. O-Ton? 🙂

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22.08.11 9:12

Also lieber Herr A-Ton,

wie schon beim Mercury-Prize Post erwähnt, finde auch ich, dass Anna Calvi ein wirklich aussergewöhnliches und spannendes Debut gelungen ist. Es bleibt mir nur zu hoffen und zu wünschen, dass sie ihren Stil verfeinern und vertiefen kann. Oft is es ja gerade bei solchen Künstlern so, dass sie für das erste Album sehr viel Zeit hatten, an jedem Ton feilen konnten und eben auch ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Wenn dann das Album bei einer Plattenfirma landet und erfolgreich wird, ist es natürlich für einen solchen Künstler immens schwierig, am erarbeiteten Konzept festzuhalten oder sich nochmal die Zeit zu nehmen ein zweites Album von grund auf zu erarbeiten. Denn oft steht man ja dann auch unter einem vertraglichen Druck. ich wünsche ihr alle Zeit der Welt und dass sie in ca. 3-5 Jahren ein Album veröffentlichen wird, welches uns alle umhaut!

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23.08.2011, 16:38

Lieber Herr O-Ton,

normalerweise, wenn ich Fan einer Band oder eines Künstlers / einer Künstlerin bin, habe ich es nicht so gerne, 3 Jahre lang auf das Nachfolgealbum eines tollen Albums warten zu müssen. Wenn ich vier Jahre lang auf ein Album warten muss, nervt es schon ein wenig, ich unterstelle den Musikern dann oft – nicht selten ungerechtfertigt – Faulheit in Sachen Veröffentlichungspolitik. Fünf Jahre Pause hingegen erachte ich dann schon als Unverschämtheit, hat aber, wie letztens bei der New Yorker Disco-Punk-Band The Rapture, oft was mit Plattenfirmenwechseln oder Bandchaostheorien (beides bei The Rapture der Fall gewesen) zu tun.

Ab drei Jahre Veröffentlichungspause steigen die künstlerischen Erwartungen bei vielen einfach bis ins Unermessliche. Drum kann ich zum Beispiel kaum noch die kommenden Alben von Feist und Björk (jeweils vier Jahre Pause) erwarten, aber bereits die Vorabsingles sind  . Beispiel zu meiner Antithese deiner These: sogar die sonst unfehlbaren Radiohead haben mich mit ihrem ersten Album nach vier Jahren The King of Limbs (2011) – wenn auch nur konzeptuell statt musikalisch – enttäuscht. Antithese zu meiner These: beim durchaus ambitionierten Sufjan Stevens habe ich gar nicht gewartet, weil nicht auf dem Schirm gehabt, demnach nicht erwartet, dass The Age of Adz (2010) so viel überwältigender und weniger kleinteilig werden würde wie Illinois (2005).

Ich schweife aber zu sehr ab. Wenn Anna Calvis zweites Album mindestens genauso gut werden wird wie ihr Debüt Anna Calvi (2011), darf sich diese Grande Dame des Indie so viel Zeit lassen, wie sie will. Auch wenn es für uns Sterbliche schmerzhaft sein wird, so lange von ihr und ihrer Musik alleingelassen zu werden…

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Hey, Mr.O-Ton,

Würdest du meiner These zustimmen, die besagt, „2011 ist das Jahr des Saxofon“? Ich meine, es gibt zahlreiche bekannte Songs und teilweise sogar Hits, die Saxofon-/Saxophon-Sounds beinhalten:

„The Edge of Glory“ (Lady Gaga), „Beth/Rest“ (Bon Iver), „Last Friday Night (T.G.I.F.)“ (Katy Perry) und der schreckliche und unausweichliche wochenlange Nummer-1-Hit „Mr. Saxobeat“ (Alexandra Stan).

Und so weiter. Was die letzten Jahre Autotune war, oder seit Ende 2009 Guetta, ist heuer DER Trend die gebogene Blechtröte. Wenn schon der „Sommerhit 2011“ (nicht meine Worte oder meine Entscheidung) auf der Wiederentdeckung von oder der Kokettierung mit einem tatsächlichen Instrument basiert, dann könnte das noch zu einem popkulturellen Quasi-Phänomen werden.

Allerdings gab es auch schon in früheren Pop-Zeiten viel Sax-Appeal (okay, dieser Wortwitz war schlecht). „Baker Street“ von Gerry Rafferty – eines meiner Guilty Pleasures (peinlichen Lieblingslieder) – gehört zum vielleicht bekanntesten Song mit klar dominierenden Saxofon-Solos. Und ein paar Bruce-Springsteen-Songs („Born to Run“, „Jungleland“) wurden erst durch die Partizipation des kürzlich verstorbenen Saxofonisten Clarence Clemons richtig veredelt.

Zuletzt war Clemons an zwei Songs von Gagas aktuellem Album Born This Way (2011) beteiligt, das erwähnte Lied oben und „Hair“. Der Kreis schließt sich. Dabei wurde das Saxofon lange Zeit doch eher als Kitschklang-Instrument belächelt, oder nicht, Mr. O-Ton?

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13.08.11 9:24

Hello Mr. A-Ton,

also ich hätte das Jahr des Saxophons irgendwann in den 80er oder 90er Jahren vermutet. Man denke nur an Kenny G. und Curtis Stigers und an den von Ihnen schon erwähnten Gerry Rafferty. Der Song Beth/Rest von Bon Iver ist wohl auch eine Hommage an diese Zeit und auch der gute alte Phil Collins (guilty pleasure meinerseits), der bei diesem Stück von Bon Iver immer mal als Vergleich herhalten muss, hat ja auch gerne Saxofons und Bläserset im allgemeinen verwendet.

Kitschklang-Instrument? Ein gutes Wort 😉 Für mich vermittelt das Saxofon immer so eine traurige, gar weinerliche Grundstimmung. In einem Set durchaus sinnvoll, alleine eher nicht so erträglich. Jedenfalls geht es mir so. Ausnahme, zumindest was den weinerlichen Klang anbelangt, ist wohl jenes Mr. Saxobeat, wobei ich immer dachte, ohne den Titel zu kennen, dass es sich eher um eine Art Elekro-Synthi-Tröte handelt.

Meine letzte Begegnung mit einem Saxofon war bei dem lezten Konzert von Iron & Wine. Dessen Live-Perfomances tendieren nämlich, im Gegensatz zu seinem neuen Studioalbum, zum Jazz. Obwohl das Instrument auch auf dem Album zu hören ist. Ja, vielleicht ist 2011 doch das Jahr des Saxofons, zumindest für dieses Jahrhundert.

Man sagt Saxofonen, bzw. Saxofonisten ja auch eine gewisse sexuelle Austrahlung nach. Liegt das einfach nur daran, wie sie ihr Instrument halten? Ich fand das Cello immer erotisch. Und sie Mr. A-Ton?

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13.08.2011, 21:14

Sehr geehrter Herr O-Ton,

zu Phil Collins fällt mir kein Saxofon-gestütztes Lied gerade ein. Aber ja, Saxofon-Sounds haben etwas leicht Melancholisches an sich.

Iron & Wine war noch nie meins. Wegen Folk halt, auch wenn er – wie Bon Iver – ebenso von lupenreinen Folk-Songs etwas abgewichen ist. Aber ich finde Sam Beam nicht spannend genug oder ausreichend sexy, ein nicht zu unterschätzender Faktor. Justin Vernon hingegen…uuuuh, fuck yeah!

Apropos Musik und Erotik. Instrumentenfetische, das ist ein grandioses Gesprächsthema! Saxofonisten beugen sich ja oft nach unten und strecken sich wieder. Hat was von Doggy-Style in Slow-Motion. 😀 Außerdem haben sie optisch etwas Elefantöses an sich. Vielleicht gibt es ja viele Menschen da draußen, die auf Dickhäuter stehen. Celli und Cellistinnen sind – auch wenn ich für das andere Team spiele – irgendwie sexy. Aber männliche Cello-Bearbeiter? Ich glaube, ich finde Klavierspieler sexy. Weil sie so bedächtig und intensiv spielen und so auch die Augen zu haben. Finger am ganzen Körper und so. Verschwitzte halbnackte Schlagzeuger sind auch nett anzuschauen. 😀

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