Drama Queen II

Lieber Herr A-Ton,

aus gegebenem Anlass gibt es heute noch eine Geburtstagsgratulation. Weil wir uns vor kurzem über Glamrock und Drama in der Musik unterhalten haben, passt das glaube ich heute ganz gut rein.

Es geht um einen Künstler und eine Band, die natürlich zu meiner Zeit noch sehr präsent waren: Freddy Mercury, der heute 65 geworden wäre, und Queen.

Meine erste (Vinyl-)Platte von Queen war The Miracle. Ich weiss nicht mehr so genau warum und wie, aber ich hab sie von einem Freund bekommen, ich glaube, im Tausch gegen irgendwas anderes. Es ist dieses Album mit den vier Köpfen vornedrauf, die aber so zusammengeschnitten waren als wäre es ein Kopf mit vier Mündern und sechs Augen. Ich war so ungefähr 15 und kannte Queen noch nicht, weil wir hatten noch kein Musikfernsehen. Auf jeden Fall erinnere ich mich, dass ich das Cover immer wieder angucken musste, weil ich es so abgefahren fand. Damals wie heute, als Photoshopnutzer, denkt man sich natürlich, wie haben die das gemacht? Mein Lieblingssong war damals The Invisble Man, bei dem ich des öfteren meinen Hifi-Turm zum wackeln brachte, weil ich, pirhuettendrehend mit den Kopfhöhern auf, mal wieder gegen das Bett gekracht war.

Heute weiss ich, dass das Album und die nachfolgenden von den ersten Queen-Fans gehasst wurde, weil es, wie man heute sagen würde, zu sehr Pop war.

Wenn man sich heute Freddy Mercurys Perfomances oder Interviews anschaut, ist es natürlich klar, dass er schwul war. Aber ich glaube der großen Öffentlichkeit war das gar nicht bewusst. Ganz deutlich erinnere ich mich an den Tag an dem Freddy starb, da hat mein italienischer Kollege Giovanni, stockhetero, geweint.

Rein musikalisch ist Queen ja sehr unterschiedlich. Klar, der Fokus auf den Instrumenten und der Stimme blieb natürlich immer bestehen, aber man kann sagen, dass sie das Optimum an Spannweite geleistet haben, entsprechend ihren Fähigkeiten und den damaligen technischen Mitteln. Man denke nur an den Bogen von We will rock you oder We are the Champions zu so komplexen Songs wie Bohemian Rhapsody oder Innuendo! Diese Wandlungsfähigkeit hat ihnen glaube ich auch zu diesem Sonderplatz in der Musikgeschichte verholfen. Im Prinzip war das die gleiche Wandlungsfähigkeit wie bei Madonna oder David Bowie, deren Starkonzept bei neuen Platten komplett neu erfunden wurde.

Happy Birthday Freddy

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