Bodi Bill und Grizzly Bear

Lieber Herr A-Ton,

geht es Ihnen auch manchmal so, dass ihnen Musik ein zweites Mal begegnen muss, um nochmal so richtig ins Ohr zu gehen? Mir ist das letzte Woche direkt mit zwei Bands so gegangen: Body Bill und Grizzly Bear.

Body Bill wurden bei Zeit online im Rekorder gefeatured und da ich mich vage an den Bandnamen erinnern konnte, hab ich mir das Video mal angeguckt und dachte nur, eeeuuu, was für unsympathische Jungs das doch sind. Große Sonnenbrillen, Bärte, karierte Hemden oder Kinder-T-shirts/Shorts. Total indivudeller Berliner Massenchique also. Dann noch bei schlechtem Wetter auf einem Berliner Hochhausdach, mit tierisch kreativen Verkleidungen ihrer technischen Geräte. Ich habe den Satz im Ohr: „Ey, da machen wie einfach ganz viel Alufolie drum. Das wird geil!“ Trotzdem mag ich die Musik so gerne. Mist!

Berliner Jungs auf Hochhausdach angucken

Die zweite Band, die mir wieder begegnet ist, ist die us-amerikanische Folk-Rock Band Grizzly Bear. Und zwar habe ich mir den Film Blue Valentine angeschaut, eine nicht gerade massentauglicher Liebestragödie, mit vielen nahe gehenden Szenen, tollen Schauspielern und wunderschöner Musik. Den ganzen Film über dachte ich, wer hat nur diese schöne Musik gemacht, die ich in Ansätzen zu kennen glaubte. Ich wollte also die Endtitel auf jeden Fall ganz abwarten um mir die Musiktitel anzusehen. Musste ich aber gar nicht, denn schon an dritter oder vierter Stelle des Abspanns kam „Music by: Grizzly Bear“. Und auch sie habe ich mir dann mal wieder genauer angehört. Im Film war es sehr reduziert und folkig, auf dem Album klingen sie aber sehr elektronisch, auch wenn größtenteils akustische Instrumente verwendet werden.

Hier der Trailer zum Film, ohne die Musik von Grizzly Bear

…und hier noch eines meiner Lieblingslieder von Grizzly Bear als Video:

Beide Bands habe ich vor einiger Zeit entdeckt und viel gehört, dann aber wieder vergessen. ich finds aber schön, dass sie mir wieder begegnet sind!

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23.08.2011, 08:30

Salut, Herr O-Ton,

klar gibt es oft Musiken, die mindestens ein zweites Mal benötigen, um ins Ohr zu gehen. Z.B. für „Basic Space“ von The xx brauchte ich 20 Anläufe, bis ich es in mein Herz schloss…

Puh, das sind ja gleich drei Blogthemen in einem Post!

Grizzly Bear zum einen, von denen finde ich das hochgelobte und eher unfolkig klingende dritte Album Veckatimest (2009) echt gut. Der zurückhaltende Albumtrack „Cheerleader“ musste ich zum Gutfinden z.B. mir mehrere Male anhören, die Dreampop-Singles „While You Wait for the Others“ und „Ready, Able“ und natürlich „Two Weeks“ (siehe unten) hingegen fanden sofort in meinem Gehör Platz! Daraus könnte man einen neuen eigenständigen Blogeintrag in der Rubrik „Queer Ear“ erstellen, nicht wahr, Herr O-Ton?

Dann indirekt Ryan Gosling, den du oben leider nicht explizit erwähnt hattest, der aber als einer der Hauptdarsteller in Blue Valentine und genereller Schauspieler unglaublich brilliant ist. Außerdem macht der privat Jazz hörende Mime selber Musik und ist Teil des folkloristischen Indie-Pop-Duos Dead Man’s Bones. Ich schlage ein weiteres Abpflücken dieses Themas vor, das dann in einen neuen Post eingepflanzt werden könnte. Anspieltipp: „My Body’s a Zombie for You“ (unten ist ein inoffizielles Musikvideo zu sehen, nicht abschrecken lassen von dessen Wortwörtlichkeit).

http://vimeo.com/26811181

Und jetzt noch Bodi Bill. Ein Namensvetter von dir hört gerne Elektropop und IDM, hat sonst einen tollen Musikgeschmack, bei ihm jedoch sind ganz oben in der Last.FM-Statistik die deutschen Elektroniker Booka Shade und Bodi Bill. Die frühe Single letzterer Formation namens „I Love Holden Caufield“ gehört zu den seltenen Liedern, die, je öfter ich sie höre, immer schlechter werden, bis ich sie kaum noch anhören möchte. Das wäre dann wohl die Antithese zu deiner These am Anfang. Das liegt wohl an den billig und schal klingenden Beats. Und, was noch grütziger ist, ist der nicht zu leugnende deutsche Akzent des nicht Singen könnenden Sängers. Dass sie imagetechnisch die unoriginelle Berlin-Mitte-Hipster-Schiene, wie du oben schön nachskizziert hast, voll und ganz auffahren, überrascht mich nicht. Muss ich mir mit all den Vorurteilen und schlechten Song-Erfahrungen noch eines ihrer Alben anhören? Och nö…

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