Scott Matthew

Lieber Herr O-Ton,

für mich war Scott Matthew (natürlich nicht zu verwechseln mit „Scott Matthews“) immer die zugänglichere Variante von Antony and the Johnsons. Natürlich ist es sehr oberflächlich, beide anhand der Queerness und der außergewöhnlichen Stimmen von Antony und Scott zu vergleichen, aber im direkten Vergleich transportiert Matthews Gesangsart mehr Direktheit und Wärme. Bei Antony Hegarty muss ich an Übersinnlichkeit, Kunst und Kunstbeflissenheit denken, beim geerdeter klingenden Scott kommen mehr Emotionen bei mir auf.

Du hattest Recht im Jay-Brannan-Post, lieber Herr O-Ton, er klingt durchaus meist so, als würde er nach einem Heulkrampf direkt wieder das Singen anfangen. Doch diese immer mitschwebende Todtraurigkeit ist auch so schön, sie ist immer da, auch wenn die Melodie wie beim letzten Album Gallantry’s Favorite Son (2011) mal fröhlicher erklingen sollte. Und ich bin mir ebenso sicher, dass Scott Matthew außerhalb der Platte über Humor und Sweetness verfügt,

Ich habe über die einer Musikexpress-Ausgabe beigelegten CD mal ein Stück von Elva Snow, seiner Ex-Band/-Zusammenarbeit gehört, das war zur Zeit der Wiederveröffentlichung des Albums Elva Snow, und war etwas enttäuscht: „Shimmer“. Unfassbar rockig, erstaunlich „uptempo“, aber auch etwas arm am Matthewschen Knistern und der Atmosphäre, welche man doch sonst immer in all seinen Solo-Songs mitgeliefert bekommt. Das war mir irgendwie zu wenig.

Dann doch lieber seine bisherigen drei Solo-Alben, die alle im Großen und Ganzen wirklich gut sind und die zunehmend hochglänzender produziert wurden. Es gibt immer 2-3 Songs, die sofort hängenbleiben, z.B. „For Dick“ oder „The Wonder of Falling in Love“ (Ausschnitt siehe unten). Fan bin ich zumindest von tollen überlangen Albumtitel There Is an Ocean… (2009) und ganz besonders vom ersten gleichnamigen Album (2008), mein Lieblingsalbum, trotz oder gerade wegen der lo-fi-Produktion super intim. „Upside Down“!

Was ist dein Liebingsalbum von Scott Matthew, lieber Herr O-Ton?

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